Definition
Eine digitale Videokamera, die ihre Daten direkt über ein Computernetzwerk überträgt (Internet Protocol, daher IP). Im Gegensatz zu älteren Analogs Kameras, die ein Videosignal per Kabel an einen Monitor oder Rekorder schicken, sind IP-Kameras selbst kleine Computer: Sie digitalisieren das Bild (oft in hoher Auflösung, z.B. Full-HD oder 4K), komprimieren es (etwa in H.264/H.265) und senden es übers LAN oder WLAN.
IP-Adresse und Fernzugriff
Jede IP-Kamera hat eine eigene IP-Adresse im Netzwerk und kann oft über einen Webbrowser oder eine App direkt angesprochen werden. Das erlaubt Fernzugriff: Man kann von überall (mit Berechtigung) live auf die Kamera schauen oder Aufzeichnungen abrufen.
Varianten
IP-Kameras gibt es in unzähligen Varianten: feste Dome-Kameras für die Decke, robuste Außenkameras mit wetterfestem Gehäuse, PTZ-Kameras (Pan-Tilt-Zoom), die schwenk- und neigbar sind und optisch zoomen können, und Spezialmodelle wie Kennzeichenerkennungskameras oder 360°-Fisheye-Kameras.
Zusatzfunktionen
Viele Modelle besitzen IR-LEDs für Nachtsicht im Dunkeln, Mikrofon/Lautsprecher für Audioübertragung oder Bewegungserkennung, die direkt Alarme generieren.
Private Anwendungen
Im privaten Bereich populär sind z.B. IP-Türklingelkameras, Babycams oder Tierkameras – diese sind meist per WLAN ins Heimnetz eingebunden und schicken Videostreams ans Smartphone.
Sicherheitsaspekte
Sicherheit ist hier ein großes Thema: Standard-Passwörter der Weboberfläche unbedingt ändern, Verschlüsselung aktivieren, ggf. Zugriffe über VPN tunneln – sonst besteht die Gefahr, dass fremde Leute übers Internet auf die Kamera schauen können (es gab Fälle von gehackten Babyphones).
Professionelle Systeme
Professionelle IP-Überwachungssysteme hängen oft an eigenen NVRs (Network Video Recorder), die dutzende Kameras verwalten, Aufzeichnung speichern und intelligente Auswertungen (z.B. Bewegung, Personenzählung) machen.
Vorteile
Die Vorteile von IP-Kameras:
- Skalierbarkeit (leicht erweiterbar, da nur Netzwerkanschluss nötig)
- hohe Auflösung (Megapixel-Kameras liefern viel detailreichere Bilder als alte PAL-Analogcams)
- Flexibilität (auch drahtlose Installation via WLAN oder Verbindung über bereits vorhandene Netzwerkkabel)
Power over Ethernet
Dank Power over Ethernet (PoE) reicht oft ein einziges Kabel für Daten und Strom.
Nachteile
Nachteil: Sie benötigen ein sicheres Netzwerk und ausreichend Bandbreite/Speicher. Zudem sind sie wie alle IP-Geräte potenziell hackbar, wenn schlecht geschützt.
Revolutionäre Technologie
IP-Kameras haben Videoüberwachung revolutioniert: Heute sind sie Standard und erlauben vom kleinen Home-System bis zur städtischen Verkehrsüberwachung jede Größenordnung von Überwachung mit digitaler Intelligenz (z.B. Videoanalyse, Anbindung an Alarmanlagen, Cloud-Speicherung).