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Wächterkontrollsystem

Digitale Erfassung von Kontrollrundgängen

Ein Wächterkontrollsystem ist ein elektronisches Erfassungs- und Dokumentationssystem für mobil erbrachte Wachdienst-Leistungen. Es dient dazu, Kontrollrundgänge von Wachpersonal oder vergleichbare Servicegänge (z. B. Revierfahrten, Schließrunden) transparent nachzuweisen und besondere Vorkommnisse zu protokollieren. Traditionell kannte man mechanische Stechuhren, bei denen der Wachmann an bestimmten Punkten mit einem Schlüssel einen Abdruck auf ein Zeitpapier machte. Moderne Wächterkontrollsysteme nutzen digitale Technologien: Der Wachmitarbeiter trägt einen Datensammler (Scanner, Transponderleser oder Smartphone) und erfasst an definierten Kontrollstellen (z. B. RFID-Tags, Barcode, NFC-Chips) seine Anwesenheit. Jede Kontrollstelle – oft an Türen, Gebäudeecken oder wichtigen Anlagenteilen angebracht – wird in festgelegten Intervallen angelaufen. Beim Scan registriert das System Zeit, Ort und ggf. Identität des Wachmanns.

Die Daten werden typischerweise in einer Zentrale gesammelt und können dort als Bericht abgerufen oder an den Kunden weitergeleitet werden. So lässt sich lückenlos nachvollziehen, ob und wann bestimmte Kontrollpunkte abgegangen wurden. Zusätzliche Ereignisse, wie geöffnete Türen, besondere Beobachtungen (z. B. „Fenster stand offen – geschlossen“) oder Zwischenfälle (Alarm ausgelöst, Person angetroffen) können mittels Codes oder Freitext eingegeben und mitprotokolliert werden. Ein gutes System ermöglicht somit leistungsgerechte Abrechnung (der Kunde sieht, dass z. B. 3 Rundgänge/Nacht tatsächlich erfolgt sind) und erhöht gleichzeitig die Sicherheit, da es dem Wachmann eine Hilfestellung bietet (er vergisst keinen Punkt) und Abweichungen sofort auffallen.

Moderne Varianten funktionieren online: Die Kontrollpunkte sind etwa NFC-Tags, die das Wachpersonal mit dem Smartphone scannt. Die Daten gehen in Echtzeit über Mobilfunk an einen Server. Damit kann auch das Sicherheitsunternehmen in der Leitstelle live mitverfolgen, wo sich der Mitarbeiter befindet und ob er planmäßig vorankommt. Manche Systeme haben automatische Alarme, falls ein Kontrollpunkt nicht rechtzeitig erreicht wurde (evtl. Überfall auf den Wachmann?) oder verwenden GPS-Ortung. Es gibt auch App-basierte Lösungen mit Zusatzfunktionen wie Alarmknopf für den Wächter, Kommunikationschat oder Fotodokumentation von Schäden.

Eingesetzt werden Wächterkontrollsysteme in nahezu allen Bereichen des privaten Sicherheitsgewerbes: vom Revierdienst (patrouilliert nächtens mehrere Objekte) über den Werkschutz großer Anlagen (Runde um ein Werksgelände) bis hin zum Facility-Management (Kontrollgänge in Gebäuden). Auch in öffentlichen Bereichen, z. B. bei Parkhauskontrollen durch Servicekräfte, kann so ein System genutzt werden.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Es bietet Transparenz und Qualitätssicherung. Kunden haben einen Nachweis und können bei Bedarf die Berichte einsehen. Das Wachunternehmen sichert sich gegen Vorwürfe ab, Kontrollgänge nicht durchgeführt zu haben. Und das Wachpersonal selbst wird angehalten, die Routen einzuhalten, was die Zuverlässigkeit steigert. Heutige Systeme sind zudem oft manipulationssicher (z. B. kryptografisch signierte Daten), sodass Betrug (z. B. nur den Transponder mitnehmen, aber nicht wirklich vor Ort sein) erschwert wird. Das klassische „Stechprotokoll“ hat sich so im digitalen Zeitalter zu einem umfassenden Wächterkontrollsystem entwickelt, das integraler Bestandteil vieler Wach- und Sicherheitsdienste ist.